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Art Das Kunstforum. Hier kommen eure Bilder, Fotos, Geschichten, Gedichte, Musik, Rollenspiele, .... rein.

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Alt 27.05.2007, 14:03   #1
 
Benutzerbild von Rave
 
Registriert seit: 27.05.2004
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Alter: 30

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Standard Septemberblues

Septemberblues
-Eine Kurzgeschichte –


Jetzt ist er tot! Wie gern hätte ich ihm gesagt, was er mir gegeben hat, zu spät. Da liegt er nun, vor mir, regungslos, gedankenlos, tot.

Ich erinnere mich noch gut ... es war Anfang Herbst, Blättergold überall. War mal wieder unterwegs, mit Freunden trinken, wie immer damals, heute nicht mehr. Er saß da, Gehstock neben ihm liegend, sein Hut, aschgrau, fast wie seine Haut. Müde Augen, faltige Hände, er war am beobachten.
Meine Freunde drängelten, das Bier käme schließlich nicht zu uns, sie lachten, ich nicht. Mein Blick, er fiel auf den Mann, den alten Mann mit Hut auf der weißen Bank. Er schien es zu bemerken, lächelte und hob die Hand, ich erwiderte nicht. Was wollte er denn von mir? Meine Freunde weiter am Drängeln, sie sollten schonmal vorgehen, mein Schritt fiel zögernd Richtung Mann.
Er saß da, nur noch beschienen von der Laterne, es war schon Nacht, sternenklar, um uns herum düster. Ich stand vor ihm, fragte wundernd, was er von mir wolle. Er lächelte, nahm seinen Stock und legte seine Hand auf die Bank, bot mir den Platz an. Erst dagegen, setzte ich mich dann doch.
Die faltige, aschgraue Hand wanderte in die Hosentasche und zog eine zerknitterte Malboro-Schachtel raus, holte sich eine Zigarette aus der Schachtel und stopfte diese wieder in die Hose. Der alte Mann blickte mir in die Augen und fragte, ob ich Feuer hätte. Klar hatte ich, war ja selber Raucher, damals. Er entzündete den Glimmstängel, bedankte sich und zog dran.

Ich verlasse das Zimmer, streife Handschuhe von den Händen und lege den Mundschutz ab, setze mich in den Gang, stütze das Gesicht in meine Hände, will alleine sein. Was wäre ich heute, wenn es dieses damals Treffen nie gegeben hätte?

Wir saßen da, nachts, war kühl geworden, nebelig, wir saßen einfach da. Er rauchte, ich ihn anblickend, mich fragend, was ich überhaupt hier machte, wäre ich doch bloß weitergegangen, so meine Gedanken. Er musterte mich, seine müden Augen wanderten von Fuß bis Kopf, er wollte wissen, was für Träume ich habe, später mal werden wolle, musste überlegen, konnte ich ihm vertrauen?
Arzt werden, so meine zögernde Antwort, er bekam große Augen, fragte nach, Arzt wolle ich werden? Ich nickte, er überrascht, fragte nach dem Grund. Man verdiene gut, habe gutes Ansehen, so meine Antwort, er blickte auf den Boden, traurig, meine Antwort schien ihm nicht gefallen zu haben, wollte dennoch wissen, was ich bisher dafür getan habe. Hätte bald meinen Realschulabschluss in der Tasche, sollte die nächste Klausur gut werden, er kopfschüttelnd, wie ich mir das vorstelle, Arzt werden zu wollen. Irgendwie würde das schon werden, erwiderte ich salopp, er blickte nach oben, in den Sternenhimmel, murmelte, dass ich das vergessen könne, ich müsste mich mehr anstrengen, ich war kurz davor zu gehen, wusste keine Antwort, war ratlos, spachlos.

Wieso konnte ich ihn nicht mehr retten? Er hat Recht gehabt, das Leben ist zu hart, als dass man es auf die leichte Schulter nehmen kann, das hat er mir nun wieder mal bewiesen. Jetzt ist er tot, hätte er mich doch nur gesehen, hätte ich doch nur sein Leben erhalten und ihn retten können.

Wir saßen da, nachts, er hatte seine Zigarette weggeworfen, da lag sie, glimmend, in der Dunkelheit, war schön. Was ich nach der Schule machen wolle, Gymnasium versuchen, erwiderte ich, er blickte mich an, machte mir keine Hoffnungen, dass ich das packen würde, sei zu faul, müsse mich mehr anstrengend, wer so knapp den Realschulabschluss schaffe, sei auf einer höheren Schule verloren, ohne Fleiß kein Preis, so seine Predigt. Ich sprang auf, wieso er sich da überhaupt einmische, wütend, aufplusternd, riss die Arme hoch; er lächelnd, ruhig, mit einem Hauch von Melancholie, flüsterte, es sei seine Aufgabe. Sprachlos, wiedermal, nahm die Arme runter, seine Aufgabe? Setzte mich wieder, er erzählte von sich, sei auch mal jung gewesen, dachte genauso, dann Krieg, wäre fast draufgegangen. Der Entschluss, sein Leben zu ändern mit Anfang 20, holte die Schule nach, studierte. Ich lauschte, konnte keine Gedanken fassen, dennoch war seine Geschichte faszinierend, sein Leben, beeindruckend, wieso bin ich noch hier?

Eine Schwester kommt, setzt sich neben mich, reicht mir Kaffee, ich trinke, blicke in den Operationssaal. Da liegt er, tot, ich hilflos, ich bin sein Mörder, konnte nichts mehr tun, alles umsonst. Dennoch wäre er stolz auf mich gewesen, glaube ich.

Wie ich mir das vorstelle, ohne Anstrenung was erreichen zu wollen? Was aus mir werden solle, wenn ich das Abitur nicht schaffte? Er kramte wieder in seiner Hosentasche, zog die nächste Malboro raus, borgte sich Feuer. Rauch steigte im Glimmerlicht der Straßenlaterne empor, ich gedankenlos neben ihm sitzend, zuhörend, innerlich zustimmend, habe mir über solche Dinge nie Gedanken gemacht, irgendwie wäre es schon gegangen, so meine Einstellung, damals, heute nicht mehr. Ich blickte hoch, Sterne, Mond, Nacht – es war schön, ich in Gedanken, hatte Angst, vor mir, vor dem Leben, keine Perspektive mehr, der alte Mann, er hatte Recht!

Ich drücke der Schwester die Tasse hin die Hand, stehe auf, laufe den Gang runter, lege den Kittel ab. Wie gerne hätte ich ihm gezeigt, was seine Worte in mir ausgelöst haben, wie er mich verändert hat, wie kann ich ihm jetzt noch dankbar sein? Ich konnte nichts mehr tun. Vielleicht blickt er ja auf mich herab, in dem Moment und sieht, dass ich es probiert habe, dass ich mein Leben verändert habe, wie er, wie der alte Mann.

Ich blickte auf den Boden, voll Reue, er legte seine Hand auf meinen Rücken, tätschelte, ob er etwas schmerzhaftes gesagt hätte. Ich kopfschüttelnd, sagte ihm, dass er vollkommen Recht habe, erzählte ihm von meiner Angst, von meiner Angst vor dem Leben. Er verstünde, er kenne diese Angst, wollte mir etwas zeigen, wenn ich das vertragen könne. Ich nickte, er lupfte sein Hosenbein, Plastik schaute hervor, ich sprachlos, seit wann er das habe? Seit dem Krieg, im Grunde schon sein Leben lang, es habe ihn irgendwann nicht mehr gestört, er hat sein Leben so gelebt wie andere auch, habe es genossen, habe mehr erreicht als manch anderer. Ich könnte das auch, selbst ohne Krieg, ohne Plastikbein, müsse an mich glauben, für meinen Traum leben, wie er es tat, er sei der Ausgangspunkt von allem. Heute weiß ich, er hatte Recht, der alte Mann, er hatte Recht.
In dieser Nacht hatte ich mehr gesehen, mehr gehört, als mir zuvor lieb war, stand auf, mich umblickend, der Nebel war weg, der Blick war frei. Der alte Mann, er blickte mich fragend an, ob ich schon gehe. Es sei besser so, antwortete ich, fragte, ob man sich irgendwann mal wieder sehe? Er lächelte, bestimmt sehe man sich wieder, sagte er. Ich wollte schon gehen, da fiel mir eine Frage ein, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge lag. Was sein Traum war im Leben, was er mal werden wollte? Ich blickte ihm in die glasigen Augen, der alte Mann schaute hoch in den Sternenhimmel, lächelte.
Arzt werden, meinte er...

Die Schwester ruft, der nächste Patient wartet, ein kleiner Junge, sein Bein scheint nicht mehr zu retten. Ich eile, lasse die letzte Stunde nochmal Revue passieren, wie er eingeliefert wurde, der alte Mann, wie er auf dem Operationstisch lag, sein Plastikbein, ich musste an unsere erste und einzige Begegnung seit heute denken, seine Worte, mein Leben und daran dass er Recht hatte, der alte Mann auf der Parkbank...


--------------------


Ich wäre sehr an eurer Meinung und konstruktiver Kritik erfreut, würde die Geschichte gerne noch optimieren!
Ich hab mir Mühe gegeben, dass man auch ein wenig zwischen den Zeilen lesen kann, hoffe es trifft auf Anklang!
__________________
Wüsste ich,
woher die Gedichte kommen,
ich würde dorthin gehen.
Michael Longley

Geändert von Rave (27.05.2007 um 20:22 Uhr)
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Alt 27.05.2007, 14:25   #2
 
Benutzerbild von Chaos Overlord
 
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Standard AW: Septemberblues

ein paarkleinere rechtschreibfehler aber sehr gut gelungen ^^


regt irgendwie ein wenig zum nachdenken an ^^

lässt sich bestimmt noch einiges dazuschreiben ^^

mfg
__________________
zwischen Genie und Wahnsinn liegt eine schmale Grenze die ich täglich des öfteren überschreite.
Nur die Richtung ist unbekannt.
Polen, Polen du hast mein Herz gestohlen!
Chaos Overlord ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2007, 19:37   #3
 
Benutzerbild von Rave
 
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Standard AW: Septemberblues

Hab versucht, einige Rechtschreibfehler auszumerzen, aber danke für den Tipp und deine Meinung!
An der Meinung von anderen wäre ich auch sehr interessiert, bin für jede konstruktive Kritik offen!
__________________
Wüsste ich,
woher die Gedichte kommen,
ich würde dorthin gehen.
Michael Longley
Rave ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2007, 18:15   #4
 
Benutzerbild von Kang00
 
Registriert seit: 15.03.2005

Kang00 hat die Renommee-Anzeige deaktiviert

Standard AW: Septemberblues

Ich weiß nicht. Einerseits finde ich es schon gut, andererseits ist es mir zu langatmig, zu "unecht", teilweise wirkt es arg aufgesetzt und "möchtegern-philosophisch" (bitte versteh das nicht falsch, es ist nicht böse gemeint). Vor allem diese langen, durch Kommata getrennten Sätze wissen nicht immer zu gefallen. Ich weiß durchaus, dass sie zum Stil der Geschichte gehören, aber dennoch, einige sind einfach zu lang und wirken (deshalb) aufgesetzt. Aber sonst eine gute Geschichte. Wenn du willst würde ich nochmal selbst drüberschauen und die wenigen Rechtschreibfehler korrigieren. Kannst dich ja mit mir in Verbindung setzen, wenn du möchtest.
__________________
Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen.
Kang00 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2007, 18:41   #5
 
Benutzerbild von Max Master
 
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Alter: 28
Spielt gerade: BF3, Mortal Kombat 9

Max Master hat eine strahlende Zukunft
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Standard AW: Septemberblues

Also ich finde die Geschichte auch echt gut!
Wie schonb gesagt wurde regt sie wirklich sehr zum Nachdenken an!
Allerdings hat Kang00 mit den langen,durch Kommas verbundenen,Sätzen recht.
Aber sonst echt geil! Respekt!!!


Hast du die einfach so gemacht oder war das son Schulprojekt?
__________________

Max Master ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2007, 21:52   #6
Administrator
 
Benutzerbild von Beam02
 
Registriert seit: 27.03.2005

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Standard AW: Septemberblues

Grundsätzlich möchte ich mich meinen Vorrednern anschließen, die Geschichte klingt wirklich sehr durchdacht und weiß durchaus bis zum Ende zu fesseln.
Allerdings wirken diese langen, durch Kommas getrennte Sätze auf die Dauer einfach ziemlich nervig, selbst bei so einer Kurzgeschichte.
Es wirkt originell, das muss man schon sagen, und es passt auch durchaus gut zum Inhalt der Geschichte, nur macht es das Lesen eben sehr anstrengend.
Der Ablauf der Handlung ist gerade am Anfang sehr nett, gegen Ende wirkt das ganze meiner Ansicht nach aber zu sehr konstruiert und vorhersehbar.
Du solltest den Teil welcher dann in der Gegenwart spielt eventuell nochmal überarbeiten, damit er nicht arg so klischeehaft wirkt.
Halte dich am besten an den Stil, den du beim Anfang der Geschichte verfolgt hast.
__________________
"You know shit just got real when Vegeta's face is in the dirt. It's like the bat signal for Goku to save the day. This is what Dragon Ball is all about!"
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