portablegaming.de

portablegaming.de (http://www.portablegaming.de/index.php)
-   Art (http://www.portablegaming.de/forumdisplay.php?f=24)
-   -   Der Weg, das Ziel, der Zweck (http://www.portablegaming.de/showthread.php?t=40211)

Bob 16.10.2007 21:23

Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
Einen wunderschönen guten Abend wünsche ich,

so, ich leide schon seit 3 Jahren an einer Schreibblockade. Das hat mich dann irgendwann mal dermaßen angekotzt, dass ich halt ma in ein Seminar gegangen bin, das mir eben jene Blockade austreiben soll. Folgendes ist meine erste Aufgabe: Ich soll meinen Arbeitsweg beschreiben und mich dabei von außen betrachten, mich eben wie eine Figur eines Schriftstellers behandeln. Ich zweifle stark an Sinn und Zweck dieser Aktion, aber ich hab's halt mal gemacht, versuchen muss man's ja zumindest.

Ich persönlich halte das Ergebnis für murks, zu viele abgehackte Sätze, an sich kein Stil, suboptimale Wortwahl und vor allen Dingen ist das alles über alle Maßen uninteressant. Darüber hinaus hab ich das Ziel, mich von außen zu betrachten auch nur teilweise erreicht, denke ich... Aber das soll die Tante vom Seminar entscheiden. Sämtliche Kritik eurerseits ist gern gesehen, schnurzegal ob gut, schlecht, konstruktiv oder nicht.

So, genug der Vorrede, bitteschön:

Zitat:

Jeden Tag, zu einer Zeit über die die Leute sich streiten ob sie nun spät in der Nacht oder früh am Morgen ist verlässt ein augenscheinlich schlecht gelaunter Kerl ein nicht weiter auffälliges Haus irgendwo in einem Vorort eines 10.000 Seelen Städtchens.
Und wie jeden Morgen bzw. Nacht stöpselt er sich seine Kopfhörer in die Ohren während er sich auf den recht kurzen Weg Richtung Bushaltestelle macht. Die Musik an sich ist ihm nicht weiter wichtig, sie soll eigentlich nur die störenden Nebengeräusche übertönen. Die vereinzelten Autos, die hier und da vorbei fahren oder die nervigen Vogelsänge, die einen nur allzu deutlich an die grauenhafte Uhrzeit erinnern. Er will nur noch etwas in seinen Tagträumen versinken, in seine eigene Welt flüchten.
Den Bus hat er noch nie verpasst, auch wenn er das jedes Mal weder befürchtet. Während der Fahrt zum Bahnhof hat nur ein Gedanke Platz in seinem Kopf: Die Zigarette am Bahnhof. Das wunderbare Gefühl der ersten Zigarette am Morgen, der Geschmack auf der Zunge, das Brennen in der Lunge. Diese eine Zigarette ist der Grund dafür, dass er nie ernsthaft versucht hat, das Rauchen aufzugeben. Doch auch in diesem Moment wird er gelegentlich gestört. Wenn Leute allzu dicht an ihm vorbeiziehen kann man deutlich erkennen wie sich seine Miene verzieht, wie er ihnen abfällig hinterhersieht. Er spinnt alle möglichen Gedanken über Leute, die ihm gerade mal wieder auf den Keks gehen doch jeder Gedankengang endet mit einem leichten, selbstgefälligen Lächeln auf den Lippen.
Es geschieht erst im Zug, da er endgültig wach gerissen wird. Selbst zu einer solch unmenschlichen Stunde brennen in der Bahn sämtliche Lampen. Er kneift die Augen zusammen und setzt sich irgendwo hin, Hauptsache in Fahrtrichtung. Er sieht gern aus dem Fenster, wenn er sich seinen Tagträumen hingibt, doch das ist aufgrund besagter grellen Lichter nicht im Ansatz möglich. Sieht er in das große Fenster gleich neben ihm erkennt er nur andere Menschen, die sich in selbigem spiegeln. Einige schlafen, einige lesen. Einige andere unterhalten sich über Grillfeste. Das alles scheint ihn aber nicht weiter zu interessieren, er verzieht keine Miene. Nur wenn fülligere Zeitgenossen passieren reißt er ungläubig die Augen auf, kann den Anblick schier nicht verarbeiten und verkneift sich gerade so herabwürdigende Kommentare.
Jetzt beginnt der Moment, in dem er die Zeit gerne etwas langsamer ablaufen lassen würde. Der Zug erreicht das Ziel viel zu schnell. Draußen ist es dunkel und kalt. Es liegen noch 15 Minuten Fußweg vor ihm, bei denen er sich immer wieder überlegt, ob er jetzt noch eine Zigarette raucht oder nicht. Manchmal tut er es, manchmal nicht. Auf den letzten Metern wird er langsamer, er weiß genau, dass er jedwede Verspätung der Bahn in die Schuhe schieben kann. Ein letzter verzweifelter Blick gen Himmel, nun ist er am Ziel...
Weitere Aufgaben aus dem Seminar knall ich alle in den Thread hier. Wer weiß, vielleicht juckt das ja sogar jemanden hier... *g*

Sandman 16.10.2007 21:31

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
Also sehr schön geschrieben finde ich :)
ich habe mir nur einen Gedanken gehabt... ist der Jung' Selbstmord gefährdet ?!^^ Ich freue mich auf weitere Texte von dir, sehr schön und spannend geschrieben ;)

joehot 16.10.2007 21:37

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
hallo !
liest sich doch gut .
mfg
joerg

asdsghdfhh 17.10.2007 13:43

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
So hab ich mir Bob vorgestellt, arrogant und grießgrämig :p

Kang00 17.10.2007 13:55

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
Hm, wie du schon selber sagst, so prickelnd ist das nicht. Vor allem hängst du immer zwischen so einer "melancholischen" und der "realen" Stimmung rum, du philosophierst vor dich hin, und im nächsten Satz berichtest du kühl die Geschehnisse. Achja, das "bzw." ist auch nicht so toll, entweder ausschreiben oder ersetzen. Du musst dich halt entscheiden, entweder du berichtest, oder du zeigst, was sich in der Person abspielt. Ich weiß ja nicht, was die Seminarleiterin euch gesagt hat, aber diesen "philosophischen" Teil würde ich rauslassen und die Stimmung in erster Linie durch die Umgebung vermitteln, du kannst ja die miese Laune deines Protagonisten mit seiner Wahrnehmung gleichsetzen und so schildern. Ist aber nur n Tipp...

Bob 19.10.2007 15:03

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
So, Seminar-Tante war von meinem Stil begeistert (wo auch immer die den entdeckt hat) stimmt allerdings damit überein, dass ich das Ziel ziemlich verfehlt hab. Doch, so führte sie weiter aus, sei das überhaupt nicht weiter wichtig, solange ich nur überhaupt was geschrieben hab. Ich würde das Urteil als vorsichtig optimistisch interpretieren.
Für heute gab's noch keine weitere Aufgabe, folgt aber sicher noch irgendwann nächste Woche.

______ 22.10.2007 19:27

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
Zunächst einmal: Uninteressant finde ich es überhaupt nicht!

Ein großer Teil der Menschen und vor allem fast alle Schüler kennen das. Das frühe Aufstehen, der Weg zum Arbeitsplatz, oft mit Bus und Bahn.
Warum sollte es also uninteressant sein, wie der einzelne damit umgeht. Was denken die Menschen, die morgens neben einem im Zug sitzen? Geht es ihnen genauso wie mir?

So stelle ich einige Gemeinsamkeiten zwischen uns beiden fest, aber auch einige Unterschiede - ich finde die Geschichte sagt viel über dich aus (auch wenn da noch mehr möglich ist).
Meiner Meinung nach gehörst du mit deiner Fähigkeit zu schreiben (sofern ich das an dieser kurzen Geschichte zu beurteilen vermag) auf jeden Fall zu den oberen 20% der Deutschen.

Zitat:

Zitat von Kang00
du philosophierst vor dich hin, und im nächsten Satz berichtest du kühl die Geschehnisse

Die Wirkung, die du hier beschreibst, ist doch dem Befinden ziemlich ähnlich, wenn man verschlafen im Bus sitzt, halb in Träume abgleitet und im nächsten moment wieder durch etwas geweckt wird.

Ich finde die Beschreibung, wenn auch recht kurz geraten, wirklich lesenswert und interessant. Der Schreibstil hat mich beim Lesen nicht behindert, was positiv ist und ansonsten sehe ich gute Chancen, dass deine Schreibblockade bald Schnee von Vorgestern ist. ;)

Bob 28.12.2007 10:46

AW: Der Weg, das Ziel, der Zweck
 
Zitat:

Kunst

Was ist das, Kunst? Wenn ich ein Stück unbeflecktes, schneeweißes Papier mit Ölfarben besudele, ist das Kunst?
Wenn ich nackt im Kreis hüpfe und dabei lauthals verkünde, ich sei ein Flamingo, ist das Kunst?
Wenn ich Batterien verschlucke und die Wirkung dokumentiere, ist das Kunst?
Wenn ich nur darüber nachdenke, etwas derartiges zu tun, ohne dass jemals jemand etwas davon erfährt, ist es dann Kunst? Muss Kunst publiziert werden?
Die Antwort ist ebenso einfach wie deprimierend: Da Kunst vom Menschen geschaffen wurde und somit keinerlei physikalischen Gesetzen unterliegt kann sie überhaupt nicht genau definiert werden. Sie wird subjektiv gewertet und ist für jeden anders. An was erinnert Sie das?
Mich erinnert das an Gott. Kunst ist Gott. Und Gott ist Kunst.
Welch schöne Wahrheit. Was hat dieser eine Gott nicht alles gute und ehrbare erschaffen. Das Universum oder die Multiversen, wer weiß das schon so genau. Unzählige Galaxien, Sterne von soclh gewaltigem Ausmaß und unendlicher Anzahl, dass sie die Vorstellungskraft der Menschen zu einem schlechten Witz degradieren. Und auch unsere Erde hat Gott erschaffen, mit all ihren Facetten, mit den Menschen, den Tieren, den Klimazonen. Ja, jedes einzelne Atom, jedes Quäntchen und noch so kleine Teilchen, dessen Entdeckung uns noch bevorsteht wurde von ihm erschaffen. Gott ist Kunst.

Und wer hat nochmal die Kunst erschaffen?
Ich bin genial, Punkt aus Ende!


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:24 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2021, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.6.0


1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231