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-   -   Prof. Tombola - Leseprobe (http://www.portablegaming.de/showthread.php?t=57850)

Bob 21.12.2012 02:55

Prof. Tombola - Leseprobe
 
Aufgrund des großen Andrangs (zwei Leute haben nachgefragt *g*) gibt's eine kleine Leseprobe von Prof. Tombola. Ich hab mir einen kleinen Abschnitt geschnappt, und ihn noch etwas umgeschrieben, damit er auch so aus dem Zusammenhang gerissen etwas Sinn ergibt. Naja, im Prinzip hab ich den ersten Absatz hinzugefügt. Quasi als ein "Was bisher geschah". :P

Lachen ist durchaus erlaubt, tut euch keinen Zwang an. *g*

Zitat:

Tombola wusste, dass die völlige Leere zwischen den Galaxien die wohl größte Herausforderung dieser Reise sein würde. Doch selbst in seinen kühnsten Träumen konnte er sich nicht ausmalen, wie sehr das Nichts um ihn herum an seinem Verstand nagen würde. Alle auf dem Schiff waren zu Tode gelangweilt. Es passierte einfach überhaupt nichts. Das Raumschiff beschleunigte stetig weiter, doch eine Veränderung war für die Insassen nicht festzustellen. Noch dazu war Tombola frustriert. Er war dem Universum hilflos ausgeliefert. Die Milchstraße war schon lange nicht mehr zu sehen und auch Andromeda lag noch in unerreichbarer Ferne. Seit Tagen sprach Tombola kein einziges Wort mehr. Besorgt um den Gesundheitszustand des etwas wunderlichen Kapitäns versuchte der Schiffsarzt immer wieder, an Tombola heranzukommen.

„Darf ich mich setzen?“
„…“

Anton sah sich all die Gerätschaften um Tombola herum an, von denen er so gut wie nichts verstand. Niemand außer Tombola tat das. Und genau deshalb war es so wichtig, dass Tombola seinen Verstand nicht verlor.

„Gamma-Ray Absorber, was? Wie kann ich mir das vorstellen? Diese lustigen Dinger da sollen ernsthaft die Gammastrahlung einfangen und auch noch in nutzbare Energie umwandeln?“
„…“
„Ulkig“ Anton sah sich eine der Vorrichtungen genauer an. „Sieht aus wie ’ne Salatschüssel mit Alufolie.“
„…“
„Ich frag mich, was zuhause wohl so los ist.“

Plötzlich sah Tombola dem Arzt direkt in die Augen. Sein Blick war angespannt, hoch konzentriert und von Wut erfüllt. Instinktiv zuckte Anton zusammen. Dann schleifte Tombola den Arzt ohne Worte zu dem kleinen Bullauge, dem einzigen Fenster im ganzen Raumschiff.

„Siehst du das?!“

Anton wusste nicht, wie ihm geschah. Angestrengt suchte er nach etwas Auffälligem, doch er sah nur Tombola, der sich in der Scheibe spiegelte und ihn mit blitzenden Augen anstarrte.

„Das …“
„Da ist nichts! Überhaupt nichts!“

Tombola lockerte den Griff und starrte wie besessen in die Leere.

„Was zum Teufel machen wir hier? Das ist doch alles sinnlos. Du fragst dich, wie es zuhause aussieht? Dort sind Hunderttausende von Jahren vergangen. Und wir hängen hier im Nichts fest und finden wahrscheinlich auch nie wieder raus. Navigieren ist unmöglich. Ein Notruf würde frühestens in einer Million Jahren überhaupt irgendjemanden erreichen, und ob der dann Binärdaten versteht, ist auch fraglich. Wir werden immer schneller, aber der kleinste Fehler in der Kursberechnung sorgt dafür, dass wir Andromeda einfach verfehlen und auf ewig im Nichts festsitzen. All das. Es war ein Fehler.“

Anton wusste nicht, wie ihm geschah. Einerseits freute er sich darüber, dass Tombola überhaupt wieder etwas sagte. Andererseits war er noch nie so derartig niedergeschlagen. Jemand musste ihm Vernunft einreden.

„Tombola, du hast die Expedition gestartet, weil du der Einzige bist, der jemals dazu in der Lage war. Du hast dieses Raumschiff gebaut, du hast den Weg nach Andromeda mit all seinen Variablen kartografiert. Und du alleine verstehst die Geräte und was zur Hölle hier auf dem Raumschiff eigentlich vor sich geht. Ich und die Anderen, wir haben unser Leben für dich und deine Mission geopfert. Dafür, das Universum zu erforschen und zu verstehen. Wir gaben unsere Familien und unsere Freunde auf. Und jetzt brauchen wir dich, verdammt noch mal! Also reiß dich gefälligst zusammen! Wenn schon nicht für dich, dann für all die Menschen, denen du viel wichtiger bist, als du es dir jemals vorstellen könntest. Wir schaffen das. Wir alle hier glauben an dich.“

Tombola sah den Arzt lange Zeit völlig emotionslos an. Anton wusste nicht, ob er überhaupt zugehört hatte. Ob er überhaupt geistig anwesend war oder ob er schon längst dem Wahnsinn verfiel. Dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, drehte Tombola sich um und wühlte in seinen Taschen.

„Ich geh eine rauchen.“
„Tombola, unser Sauerstoff …“
„Ihr braucht mich und ich brauch ’ne Zigarette. Einfache Rechnung. Verstehst sogar du.“

Während Tombola in Richtung des Lagerraums schlurfte, um seinem liebsten Laster nachzugehen rief er noch einen letzten Satz mitten in den Raum hinein.

„Wenigstens können wir nicht mehr in die Hölle kommen. Wir sind schon längst da.“
Bei Gefallen könnte ich noch mehr springen lassen. Vielleicht sogar den kompletten Prolog. Wenn ich gut gelaunt bin. :P

DaKayOne 04.01.2013 18:49

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Hab dir zwar schon ne Grüne hierfür verpasst, aber ich schreibs trotzdem noch mal:

Mir gefällt es. Gerade, weil der psychologische Aspekt rund ums Verarbeiten des "Nichts" und der Gewissheit, seine Angehörigen nicht wieder zu sehen, im Vordergrund steht.

Ich weiß ja nicht, wie der Rest der Geschichte aussieht, aber dieses kurze Snippet find ich gut. Sag Bescheid, solltest du die komplette Geschichte mal veröffentlichen...und nein, ich gehe nicht pauschal davon aus, dass das für mich 4free sein muss, für ne gute Geschichte zahl ich auch gern...immerhin steckt in sowas ja ne Menge Arbeit und Zeit drin ;)

______ 08.01.2013 03:05

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Stylistisch gefällts und natürlich sind auch, wie nicht anders zu erwarten, ein paar markige Sprüche drin.

Inhaltlich wundere ich mich darüber, dass ein Spaceshuttle zu einer ewigen Reise aufbricht und nur eine Person an Bord die Instrumente des Gefährts verstehen und bedienen kann. Das klingt schon sehr unwahrscheinlich, aber mag auch der Intention dienen - zumal in einem offensichtlich fiktiven Text.

Was mich etwas gestört hat: Die interessanten Fakten über die Reise und den Weltraum und so weiter wirfst du arg plakativ in den Text. Es sind echt spannende Ideen mit der riesigen Weite, der Langeweile, den Abweichungen usw. usf. verbunden, die einem als Leser auch ein Aha!-Erlebnis bereiten, allerdings hatte ich das Gefühl, dass man diese sorgfältiger entwickeln und etwas unterschwelliger präsentieren könnte. Zum Beispiel die Langeweile könnte man wunderbar komisch, bedrückend, wie auch immer darstellen und ausführen.

Ist halt wirklich arg kurz um sich ein Bild drüber zu machen, das waren aber meine spontanen Gedanken.

Bob 08.01.2013 04:44

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Zitat:

Zitat von Legend (Beitrag 1387010)
[...]
Inhaltlich wundere ich mich darüber, dass ein Spaceshuttle zu einer ewigen Reise aufbricht und nur eine Person an Bord die Instrumente des Gefährts verstehen und bedienen kann. Das klingt schon sehr unwahrscheinlich, aber mag auch der Intention dienen - zumal in einem offensichtlich fiktiven Text.
[...]

Das ist unheimlich wichtig für die Pointe! :)


Zitat:

Zitat von Legend (Beitrag 1387010)
[...]
Was mich etwas gestört hat: Die interessanten Fakten über die Reise und den Weltraum und so weiter wirfst du arg plakativ in den Text. Es sind echt spannende Ideen mit der riesigen Weite, der Langeweile, den Abweichungen usw. usf. verbunden, die einem als Leser auch ein Aha!-Erlebnis bereiten, allerdings hatte ich das Gefühl, dass man diese sorgfältiger entwickeln und etwas unterschwelliger präsentieren könnte. Zum Beispiel die Langeweile könnte man wunderbar komisch, bedrückend, wie auch immer darstellen und ausführen.
[...]

In der Urfassung ging ich noch viel mehr auf solche Details ein, aber ich fand, dass sich das überaus langweilig liest. Deshalb konzentrier ich mich derzeit eigentlich voll auf die Story. Das ganze Physik Blabla dient nur noch als Mittel zum Zweck. Auch wenn es eigentlich der Urgedanke war, das Universum in der Nussschale quasi in einen Roman zu quetschen. Naja, so entwickelt sich sowas halt über die Jahre.

Ansonsten danke an alle für das Feedback. Ich werd noch mehr posten, aber ich hab mir jetzt noch keinen Zeitplan oder so erstellt.

smn 08.01.2013 14:06

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Ich bin ja schon irgendwie ziemlich heiß drauf jetzt. Guter Stuff, Bob!

Popup_Hasser 08.01.2013 17:20

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
da fand ich chaos overlords "götterkriege" besser, das war wenigstens lustig

______ 08.01.2013 19:50

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
hAHA das war der hammer.

"mein buch hat 523 Seiten!"

Dre 08.01.2013 22:42

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Götterkriege war göttlich (pun intended). :D Mittlerweile gibt es davon sogar eine Kindle Version, aber leider sind die restlichen zeptilliarden Teile nicht erschienen, so dass ich nie erfahren werde, wie die Geschichte weitergeht.

Prof. Tombola würde ich mir daher wahrscheinlich auch kaufen, schlimmer als Chaos Overlords Machwerk kann es ja nicht werden.

DaKayOne 17.02.2015 14:28

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Arbeitest du noch daran? Wie ist denn der Stand?

Popup_Hasser 17.02.2015 19:09

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Zitat:

Zitat von DaKayOne (Beitrag 1419834)
Arbeitest du noch daran? Wie ist denn der Stand?

Ist in circa Septillarden Jahren fertig.

LGND 17.02.2015 20:50

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
alles klar, charlie.

bob: wie sieht es aus? ich will auch mehr davon *_*

Bob 19.02.2015 15:18

AW: Prof. Tombola - Leseprobe
 
Zitat:

Zitat von Legend. (Beitrag 1419858)
alles klar, charlie.

bob: wie sieht es aus? ich will auch mehr davon *_*

Ahh! Ich halt den Druck nich aus! xD

Ok, ich poste demnächst mal wieder was. *g*


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