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Dresi 29.10.2005 18:36

Electroplankton
 
Test: Electroplankton

...Einführung...
Electroplankton kann im Grunde nicht als Spiel bezeichnet werden. Es hat kein Ziel, es gibt keine Bosse und keine Highscorelisten. Dennoch fasziniert dieses Spiel (ich werde im Laufe des Textes der Einfachheit wegen bei diesem Ausdruck bleiben ;)) dank seiner beruhigenden Melodien und seiner einzigartigen Atmosphäre.

Electroplankton muss aus Japan importiert werden. Da es sich dort nicht allzu gut verkauft, ist auch nicht damit zu rechnen, dass es in den USA, geschweige denn in Europa erscheinen wird.
Anfangs hält man einen blauschillernden Karton in den Händen, der ein hochwertiges transparentblaues Headphone und die ebenfalls blauschillernde, hübsch verzierte Plastikhülle des Spiels enthält. In dieser befindet sich neben dem Spielmodul eine Karte für den japanischen Sternekatalog und die Spielanleitung, die über 60 Seiten stark ist. Zwar auf japanisch, doch ist sie auch für Nicht-Japaner einigermaßen verständlich, da sie sehr viele hübsche Bildchen enthält, die einem schnell symbolisieren, was zu tun ist.

Sobald man das Spiel in seinen DS gedrückt und es gestartet hat, erscheint ein mageres Hauptmenü, in dem nur „Performance“, „Audience“ und eine Soundoption (Speaker oder Headphone) anwählbar sind. Der Performance-Modus ist der Haupt-Modus, in dem man selbst das Ruder in die Hand nimmt. Der Audience-Modus ist eine „Demo“, in der das Spiel alles übernimmt, was man ansonsten selbst tun müsste. So kann man einfach nur stiller Zuhörer sein, aber auch gegebenenfalls ein wenig einschreiten ;). Wählt man einen Modus an, hat man die Auswahl zwischen zehn so genannten „Planktons“, deren Eigenschaften ich etwas näher erläutern will.

...Die Planktons...
1.Tracy
Am unteren Bildschirmrand warten sechs Bumerang-Planktons auf einen, die man über den Bildschirm ziehen kann, wobei sich Linien bilden. Wenn man das Plankton dann loslässt, bewegt es sich auf dieser Linie entlang und erzeugt dabei Töne. Je nachdem, wo und wie schnell man die Linie gemalt hat, erklingen unterschiedlich hohe/tiefe und schnelle/langsame Töne. Zudem hört sich jedes Plankton anders an und kann einzeln wieder gestoppt werden.
Ergebnis: Wirre Melodien klingen aus dem DS.
Note 3+.

2.Hanenbow
Der Bildschirm besteht aus mehreren Blättern, die sich in ihrem Winkel verändern lassen. Von unten schießt eines dieser Blätter ein Kaulquappen-Plankton in die Höhe, welches auf den übrigen Blättern abprallt und dabei „Pling-Töne“ erzeugt. Nicht nur der Blätter-Winkel ist veränderbar, sondern auch die Frequenz, mit der die Planktons abgeschossen werden. Beim häufigen Angestoßen-Werden verändern die Blätter ihre Farbe und ihren Ton. Zusätzlich kann man zwischen vier „Grund- Pflanzenanordnungen“ wählen.
Ergebnis: Wenn man einmal eine schöne Melodie gefunden hat, kann man sie praktisch ewig anhören ;).
Note 1-.

3.Luminaria
Vier Stern-Planktons befinden sich auf einem Feld aus 36 in je acht Richtungen drehbaren Pfeilen, deren Richtungsanweisung sie folgen, wenn man sie losschickt. Jedes Plankton ist unterschiedlich schnell und erzeugt einen anderen Ton. Je nachdem, wie die Position des Planktons auf dem Feld ist, werden die Töne höher oder tiefer.
Ergebnis: Tolle Melodien, die teils irgendwie außerirdisch und steril klingen, bimmeln aus dem DS.
Note 1-.

4.Sun-Animalcule
Auf einem farbigen Feld lassen sich mit dem Stylus bis zu 30 kleine Planktons „stupsen“, die bei näherem Hinsehen Sonnen oder Monde verkörpern. Die Himmelskörper-Planktons geben in regelmäßigen Abständen und je nach Position auf dem Bildschirm unterschiedlich hohe Töne von sich. Dabei werden sie immer größer, und platzen bei einer bestimmten Größe. Sie lassen sich jedoch auch schon vorher mit einem Pieks mit dem Stylus zerstören. Der Hintergrund wechselt farblich von einer Tageszeit zur nächsten: Morgen (hellblau-gelb)-> Mittag (rot-orange)-> Abenddämmerung (lila-rot)-> Später Abend (dunkelblau)-> Nacht (schwarz)-> Morgen usw.. Je nach Tageszeit entstehen also entweder Sonnen oder Monde.
Ergebnis: Ein seltsames Plankton, das erst bei etwas längerem Ausprobieren zeigt, was in ihm steckt, dann aber um so mehr in seinen Bann zieht.
Note 1-

5.Rec-Rec
Zu einem ständig laufenden Beat (7 verschiedene stehen zur Auswahl) schwimmen vier Fisch-Planktons von rechts nach links über den Bildschirm. Wenn sie angeklickt werden, nehmen sie über das Mikrophon Töne auf. Diese werden dann zum Beat abgespielt.
Ergebnis: Mittels der aufgenommenen Töne können witzige Sounds erstellt werden und die vielen unterschiedlichen Beats sorgen für Abwechslung.
Note 2-.

6.Nanocarp
Auf dem Bildschirm befinden sich 16 kleine Planktons, die Klavier-Töne von sich geben, wenn mit dem Stylus kreisförmige Wellen gestupst oder mittels des Steuerkreuzes bildschirmumfassende Wellenwände erzeugt werden. Das eigentlich Spannende an diesen „Synchronschwimmern“ ist jedoch, dass es je nach dem Ton, der Länge des Tons oder der Anzahl der Töne, die ins Mikrophon gesungen/gepustet/geklatscht werden, eine aus ca. 30-40 verschiedenen Formen bildet. So entsteht zum Beispiel beim einmaligen Pusten ein Kreuz, doch beim viermaligen Pusten ein Haus.
Ergebnis: Sehr interessantes Plankton, dass nicht durch die Töne aus dem DS, sondern durch die Töne vor dem DS fasziniert.
Note 2.

7.Lumiloop
Fünf Rad-Planktons, die links- und rechtsherum gedreht werden können und dadurch entspannende Summ-Töne von sich geben.
Ergebnis: Schöne Töne, aber auf Dauer wegen der vielen Drehungen des Stylus anstrengend. Überzeugt jedoch im Audience-Modus voll und ganz.
Note 2.

8.Marine-Snow
Der Bildschirm ist voll mit einer von vier Schneeflocken-Plankton-Arten, die bei Berührung hellere sowie dunklere Klavier- oder Xylophon-Töne erzeugen, und über den Screen huschen. Drei verschiedene Grund-Anordnungen können angewählt werden: gitterförmig, Kreis und doppelter Kreis.
Ergebnis: Plankton, das erst nicht so bezaubern kann wie seine „Kollegen“, bei längerem Spielen allerdings allmählich interessanter wird.
Note 2-.

9.Beatnes
Im Hintergrund läuft eine von vier Melodien in einer Endlosschleife ab, darunter auch eine aus Super Mario. Dazu kann man die Körperglieder der fünf „Schlangen“-Planktons berühren, damit sie unterschiedliche Töne von sich geben, welche einige Male in einer Schleife zur Musik abgespielt werden. Ihre Kopf- und Endglieder erzeugen einen besonderen Soundeffekt, wie zum Beispiel das Einsammeln von Münzen aus einem Mario-Spiel.
Ergebnis: Plankton, das Spaß macht, da es sich sogar gut anhört, wenn man nur wild auf den Körperteilen herumdrückt ;). Auf Dauer allerdings etwas langweilig.
Note 3.

10.Volvoice
In der Mitte des Screens befindet sich ein großes Plankton, dass auf Berührung aufnimmt, was ins Mikro des DS gesprochen, gesungen, usw. wird. Anschließend ist es möglich, das Aufgenommene auf 15 verschieden Arten zu verzerren, also zum Beispiel tiefer, schneller oder verkehrt herum (mein Liebling ;)) abzuspielen.
Ergebnis: Tolles Plankton, bei dem man merkt, wie lustig es ist, mit seiner Stimme zu experimentieren ;).
Note 1-.

...Technik...
Der Sound >ist< praktisch das Spiel: wenn Einem der Sound gefällt, gefällt Einem auch das Spiel, wenn man die Musik nicht mag, ist das Spiel für Einen uninteressant. Mit Köpfhörern ist es toll, wie man die Planktons von Ohr zu Ohr schwimmen hört ;).
Die Grafik ist kunterbunt, liebevoll gemacht und sehr schön anzusehen. Sie passt perfekt in das Spiel hinein, auch wenn sie dem DS nicht viel abverlangt.

...Sonstiges...
Eine Sprachbarriere existiert in Electroplankton kaum, nur die einzelnen Planktons sind kurz auf japanisch erklärt, doch wenn man die kurzen Texte nicht lesen kann, ist das nicht weiter schlimm ;). Ansonsten findet man sich leicht zurecht.
Lustige Details sind ebenfalls vorhanden: Überall, wo man seinen Stift hinsetzt, sprudeln Bläschen aus der „Stylusspitze“, und im Menü erzeugen die „Plankton-Auswahl-Punkte“ bei Berührung Töne.

Oberer Screen: vergrößerter Ausschnitt des „Spielfeldes“ -- Plankton-Erklärung
Unterer Screen: „Spielfeld” mit Planktons -- Menüs

…Pro…
+Interessantes Spielkonzept
+Abwechslungsreiche Planktons
+Entspannende Melodien
+Atmosphäre toll
+Headphone beiliegend
+Witzige Spielanleitung & Verpackung

...Contra...
-Grundidee nicht jedermanns Sache
-Keine „Kreation“ kann gespeichert werden
-Audience fällt neben Performance deutlich ab
-Muss importiert werden

...Fazit...
Electroplankton ist kein Spiel im herkömmlichen Sinne, sondern eher ein „Kunstwerk“. Hier werden die Meinungen extrem auseinander gehen, die Einen werden Electroplankton lieben, die Anderen werden es schnell gelangweilt in die Ecke werfen. Ich für meinen Teil bin absolut begeistert. Wer ein Freund außergewöhnlicher Ideen ist und etwas mit Musik anfangen kann, sollte sich vor einem Import auf keinen Fall scheuen!

Dresi

*************************
Den Test hab ich vor einigen Monaten geschrieben... Man möge mir Übertreibungen und etwas seltsame Ausdrucksweisen verzeihen :^^:. Auch die Sachen von wegen "Import" und "nur in Japan" sind nun natürlich überholt... Ignoriert sie einfach ;).

pawel 30.10.2005 21:27

Wow super Test hast mir echt Lust auf das Spiel gemacht, und nun weiss ich endlich das man keine Melodien abspeichern kann ( ;( ) . Aber was meinst du mit Import und nur in Japan ist weggefallen, gibts das nun schon in USA oder was laeuft da?

Nintendofan 01.11.2005 21:22

Das Spiel wird man ab dem 6. Januar (?) auch in den USA kaufen können, über Nintendos Online-Shop oder im Nintendo World Store. Und eine EU-Version soll nach Gerüchten auch erscheinen.

Asia 21.04.2006 22:54

Richtig schön geschrieben...!Bravo ! Habe mir das Spiel vor 2-3 Tage bestellt und jetzt lese ich wie verrückt alles darüber....!
Kommt euch das bekannt vor...?

Tekkaman 22.04.2006 17:00

Das spiel ist auch für Europa angekündigt unter TBA ;).

まんだらよん 22.04.2006 20:00

Zitat:

Original von Matti
Das spiel ist auch für Europa angekündigt unter TBA ;).
:rofl: Du weisst, dass TBA soviel heisst, wie "To Be Announced"; übersetzt: Muss noch angekündigt werden.

@ Test: Da stimme ich grundsätzlich überein, ausser bei 2 Planktons bin ich nicht ganz einverstanden, so ist Tracy mein absoluter Liebling; dafür kann ich Sun-Animalcule überhaupt nicht ab. Vllt. sollt ichs aber einfach etwas mehr spielen "
Ergebnis: Ein seltsames Plankton, das erst bei etwas längerem Ausprobieren zeigt, was in ihm steckt, dann aber um so mehr in seinen Bann zieht." :)

Tekkaman 22.04.2006 21:16

Zitat:

Muss noch angekündigt werden
Du sagst es ``Muss`` :ok:.

まんだらよん 22.04.2006 23:28

Zitat:

Original von Matti
Zitat:

Muss noch angekündigt werden
Du sagst es ``Muss`` :ok:.
Muss noch, ist aber nicht ;) Und genau deshalb widersprichst du dir in deinem Post :^^:
So, jetzt aber genug OT.

Kang00 23.04.2006 17:22

Zitat:

Original von Loos3r
Zitat:

Original von Matti
Zitat:

Muss noch angekündigt werden
Du sagst es ``Muss`` :ok:.
Muss noch, ist aber nicht ;) Und genau deshalb widersprichst du dir in deinem Post :^^:
So, jetzt aber genug OT.
Ich schätze er meint damit, dass das game so gut is, dass es nach Deutschland bzw. Europa kommen "muss" (seiner meinung nach).

Sehr schöner und auführlicher Test mit einem guten Fazit. Gefällt mir :)


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